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Kurzportrait

Malerisch gelegen und reich an landschaftlichen Schönheiten ist die Gemeinde Hirschfeld mit seinen 800 Einwohnern (mit dem OT Niedercrinitz ca. 1300). In einer Höhe von 470 m bildet die Gaststätte „Voigtsgrün“ im OT Voigtsgrün den höchsten Punkt des Ortes. Von dort öffnet sich der Blick ins Vogtländische wie auch ins Erzgebirge: Steinberg, Kuhberg und Auersberg sind zu erkennen, und bei klarem Wetter sieht man sogar den Fichtelberg und den Keilberg. Viele reizvolle Wanderziele gibt es in der Umgebung des Ortes; Lochmühlgrund und Talsperrengelände, der Pfarrwald mit dem Kreuzbühl, das Filzteichgelände und die umfangreichen Wälder um das Königsholz, das Rottmannsdorfer Gebiet mit Streitwald und Mordstein – selbst mancher Ortsansässige hat noch nicht alle Sehenswürdigkeiten erwandert.

Hirschfeld Luftaufnahme

Doch ist Hirschfeld nicht nur einer der anziehendsten Orte des Landkreises Zwickau, sondern auch noch einer der ältesten. Offensichtlich hat es schon in früher Zeit die Menschen hierher gezogen, denn der Ort wurde bereits zwischen 1100 und 1200 gegründet. Die erstmalige Erwähnung geht auf das Jahr 1282 zurück. Mehrmals wechselte der Ort seinen Besitzer; gehörte er zunächst den Vögten von Plauen, so wurde er im Laufe der Jahrhunderte auch von den Herren von Planitz, dem Rat zu Zwickau, den Besitzern des Rittergutes Neumark und den Herren von Schloss Wiesenburg regiert. Dabei änderte sich auch mehrmals die Schreibweise des Ortsnamens. 1499 findet sich in den Urkunden noch die Schreibweise Hersfeldt, doch schon wenige Jahre später vereinfacht sich die Schreibung auf Hersfeld, aus dem dann im Laufe der Zeit über Hirsfeld das heutige Hirschfeld entstand. Im Dreißigjährigen Krieg hatte der Ort viel Leid zu ertragen. 1632 fielen die berüchtigten Holk’schen Reiter in die Gegend um Zwickau ein und verschonten auch das damals wohlhabende Hirschfeld nicht.

Die Söldnerbanden raubten und plünderten, selbst die Kirche blieb nicht verschont. Dieses schreckliche Ereignis war noch nicht vergessen, da brach ein Jahr später die Pest aus. Der „schwarze Tod“ forderte allein in Hirschfeld und Wolfersgrün 166 Menschenleben. In der Folgezeit ging es mit dem ehemals privilegierten Ort bergab, sodass die Chronik aus dem 18. Jahrhundert von einem verarmten und teilweise „wüsten Platz“ berichtet. Erst im 19. Jahrhundert begann die wirtschaftliche Erholung, und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entwickelte sich Hirschfeld zu neuer Blüte. Zwar wurde auch nach dem Krieg das Gesicht des Ortes v. a. von der Landwirtschaft geprägt. Doch begann nach den ersten schweren Nachkriegsjahren ein sichtbarer Aufschwung. 1950 kam der Ort Voigtsgrün zu Hirschfeld. Es entstanden neue Wohnungen, die örtliche LPG war angesehen wegen ihrer guten Arbeit. 1963 wurde endlich eine neue, moderne Schule gebaut, die auch von den Kindern aus Wolfersgrün und Stangengrün genutzt wurde. Der Schulkomplex wurde in der Folgezeit durch ein Hortgebäude und einen neuen Kindergarten erweitert.

V. a. aber war es der Tierpark, der Hirschfeld weit über die Kreisgrenzen bekannt machte. Bereits im Jahre 1870 hatte sich dort nachweislich ein Tiergehege mit Damhirschen befunden, das der Familie Achim von Arnims gehörte. Doch erst 1956 wurde der Grundstein für den heutigen Tierpark gelegt. In dem damals 6 ha großen Parkgelände mit seinem bis zu 450 Jahre alten, geschützten Baumbestand waren Rothirsch, Rotfuchs und Dachs zu sehen. Im Laufe der Jahre wurde der Tierpark ständig erweitert, sodass heute dort 700 Tiere in über 100 Arten zu sehen sind. Das nun 22 ha umfassende Gelände bietet inzwischen auch einen Kinderspielplatz, eine moderne Kegelbahn und Gastronomie.

Unmittelbar an den Tierpark schließen sich eine neue Minigolfanlage und der Sportplatz an. Hunderttausende von Besuchern zählt der Tierpark in jedem Jahr. Eine gute Verkehrsanbindung macht die Anreise auch für Auswärtige leicht. Wer gerne wandert, sollte aber mit der Bahn bis zum Bahnhof Voigtsgrün anreisen. Von dort läuft man auf dem Fußweg bis zum Tierpark. Im Anschluss an den Tierparkbesuch kann man den Tag mit einer Wanderung durch das herrliche Landschaftsschutzgebiet Lochmühltal mit Einkehr in unserem wunderschönen Wanderstützpunkt „Lochmühle“ beschließen. Wer will, kann weiterwandern bis zur Gaststätte „Talmühle“ in Stangengrün und von dort aus mit dem Bus wieder zurückfahren. Auch für Schulklassen lässt sich so ein unvergesslicher Wander- oder Projekttag gestalten!

Der Aufschwung, den der Tierpark gerade nach der Wende genommen hat, steht symbolisch für die Entwicklung des gesamten Ortes ab 1990. Wir haben aus dem Vorhandenen das Beste gemacht, haben bei allen Veränderungen aber stets größten Wert auf die Erhaltung des historisch Gewachsenen gelegt, sodass die Schönheit und der ländliche Charakter des Ortes erhalten blieben. Aus den Gebäuden auf dem ehemaligen LPG-Gelände am Ortsrand entstand ein Gewerbegebiet;  weitere im OT Voigtsgrün am Bahnhof und im ehemaligen Armeegelände. Dazu kommen ortsansässige Handwerksbetriebe und Firmen wie Baubetriebe, Dachdecker, Tischler, Installationsfirmen, Raumausstatter, KFZ-Betriebe, Schlüsseldienst u. a.

So können wir mit stolz auf die Schaffung zahlreicher Arbeitsplätze in unserem Ort verweisen. Ein neuer Fußweg führt durch den ganzen Ort, alle kommunalen Straßen wurden neu gebaut und präsentieren sich in vorbildlichem Zustand. Unser Bürgerhaus wurde instandgesetzt und ist heute ein Schmuckstück für den Ort, ebenso wie das neuerbaute Feuerwehrdepot. 1992 wurden der Feuerwehrverein Hirschfeld e.V. und 1994 der Fußballverein 1. FC Weiß-Grün Hirschfeld e. V. gegründet. Im selben Jahr wurde anlässlich des 70-jährigen Jubiläums unserer Feuerwehr eine Jugendabteilung der Feuerwehr aufgebaut. 1995 nahmen wir in unserer Grundschule die Förderschule für Behinderte auf. Das Zusammensein von Grundschülern und behinderten Kindern hat sich für beide Seiten bewährt. Seit 2005 ist nun die gesamte Schule für geistig Behinderte in Hirschfeld ansässig. Sie hat in einem neuen Anbau zur Grundschule ihr Domizil gefunden.

1998 erfolgte der Zusammenschluss mit unserer Nachbargemeinde Niedercrinitz. Damit konnten wir unsere Selbstständigkeit und den unverwechselbaren ländlichen Charakter unserer beiden Gemeinden bewahren und weiterentwickeln.