Skip to content

Leonhardt-Mühle

Seit wann die Leonhardt-Mühle – auch obere Mühle genannt – am Ausgang des Dorfes besteht, ist nicht festzustellen. Schon im Jahre 1644 taucht der Müller der oberen Mühle auf, es ist Paul Krauß. Der Müller betrieb früher oft neben seinem Mühlgewerbe noch das Zimmermannshandwerk, um sich während der Zeit, wenn die Mühle stand, sein Brot zu verdienen. Der Mahlmühle war auch eine Brettmühle angeschlossen. Die Besitzer bzw. Pächter der Mühle wechselten in kurzen Zwischenräumen. Höchstwahrscheinlich waren die Verhältnisse des Dreißgjährigen Krieges daran schuld.

1665 wird Gabriel Leonhart als der obere Müller genannt, dieser soll aus Lößnitz stammen. Seitdem befindet sich die obere Mühle im Besitz der Familie Leonhardt, also fast 350 Jahre. Nach einem alten Kaufvertrag erhält Gabriel Leonhardt am 24. Januar 1684 die Mahl- und Brettmühle. Sein Sohn Johann Georg Leonhardt, 1694 geboren, wird der Nachfolger des Vaters. Sein Name steht bereits im alten Rechnungsbuch der Gemeinde Niedercrinitz, und er ist einer der 36 Einwohner, die am 9. August 1725 vor dem Amtmann Niclas Friedrich Schwartz in Wiesenburg erschienen, um die Gemeindeordnung in Empfang zu nehmen.

Johann Georg Leonhardt verstarb im Alter von 66 Jahren am 13. Juli 1760. Gregorius Leonhardt ist der Nachfolger. Er stirbt früh, und seine Witwe heiratet Johann Gottfried Dietel. Sie bleibt jedoch Besitzerin der Mühle. 1774 erscheint im Rechnungsbuch ein Eintrag, dass Christiane Leonhardtin Wiesenzins und eine andere Summe für Schwardten bezahlt hat. Die Mühle übernimmt nach dem Tode Gottfried Dietels Carl Friedrich Leonhardt. Nach dem "ErbgrundzinßBuch der Gemeinde Niedercrinitz" mußten von Carl Friedrich Leonhart Spanndienste mit halben Wagen sowie weitere Abgaben geleistet werden.

Nachfolger war Gregorius Leonhardt, danach betreut Johann Christian Keller die Mühle, bis sie von Louis Leonhardt, Sohn aus erster Ehe, übernommen wurde.  Dann war Ernst Arno Leonhardt Besitzer der Mühle, welcher diese widerum an Johannes Kurt Leonhardt vererbte. Im Jahre 1907 erhielt die inzwischen baufällige Mühle ein neues Gesicht und wurde vollkommen umgebaut. Ein neues Wohnhaus wurde errichtet, das Mühlengebäude erneuert und mit neuzeitlichen Maschinen ausgerüstet. Zur besseren Ausnutzung der Wasserkraft verschwand auch 1921 das alte Wasserrad und machte einer neuzeitlichen Turbine Platz, außerdem wurde auch aushilfsweise elektrische Kraft benutzt. Durch einen Brand im Jahre 1991 wurde die Mühle weitestgehend zerstört. Die Anlage ist auch heute noch im Besitz der Familie Leonhardt und wird als Wohnhaus genutzt.

Kontakt

Gemeinde Hirschfeld
Hauptstraße 41
08144 Hirschfeld
Telefon: 037607/5209

Fax: 037607/5208
Mail: verwaltung@hirschfeld-sachsen.de